Die wichtigsten Änderungen zum Thema LPO 2008 und Gebisswahl
Prüfungen der M-S: Reiter darf Gebiss frei wählen
Prüfungen E-L Erlaubte Gebisse:
- gebrochenes Trensengebiss Stangen-Trensengebiss
- gebrochenes Pellham
- ungebrochenes Pellham
- Drei-Ring-Gebiss
- Springkandare
Neue Prüfungsangebote
Besonders für junge Pferde ändert sich mit der neuen LPO 2008 einiges in Punkto Prüfungsangebot. Bisher durften Pferde ab 3 Jahren an den so genannten Reitpferdeprüfungen teilnehmen, die früher unter dem Namen Materialprüfung bekannt waren. Ab dem 1. Januar 2008 wird das Prüfungsangebot für junge Pferde erheblich aufgestockt. Welche Prüfungen können ab dem nächsten Jahr auf einem Turnier zusätzlich angeboten werden?
Gewöhnungsprüfung als Einstiegsprüfung vor der Reitpferdeprüfung. Hier werden neben dem Gesamteindruck, dem Charakter und dem Temperament die Kriterien Takt, Losgelassenheit und Anlehnung in allen drei Grundgangarten berücksichtigt. Das Gangpotenzial wird hier noch nicht bewertet.
Reitpferdeprüfungen werden zukünftig nach festen Aufgaben vorgelesen und mit 6 Einzelnoten bewertet. Dabei werden die ersten 4 Noten für die drei Grundgangarten und das Gebäude des Pferdes vergeben, während mit der 5. Note die richtige Ausbildung, und mit der 6. Note die Qualität der Gesamtvorstellung bewertet werden soll.
Nachwuchs Grand Prix für acht- bis zehnjährige Pferde
Verschiedene Freispringprüfungen für drei- und vierjährige Reitpferde und Reitponys
Kategorien werden abgeschafft
Die Kategorien A, B und C werden ab dem 2008 abgeschafft. Es gilt damit nur noch die Unterteilung zwischen den Klassen E bis S. Wurden Prüfungen, wie beispielsweise Dressurprüfungen der Klasse M, bisher mit den Kategorien A und B unterteilt, wo erfolgt dies zukünftig, analog zu den S-Springen, durch die Vergabe von Sternchen **.
Einführung der Wettbewerbs-Ordnung WBO
Die neu eingeführte Wettbewerbs-Ordnung (WBO) soll zukünftig die LPO entlasten und die Teilnahme und auch Organisation von Turnieren vereinfachen. Welche Neuerungen kommen mit der WBO auf Pferd und Reiter zu?
Breitensportliche Wettbewerbe und Reiterwettbewerbe werden aus der LPO gestrichen und werden zukünftig unter der WBO durchgeführt.
Prüfungen der Klasse E können entweder unter dem Regelwerk der LPO oder unter der WBO ausgeschrieben werden. Unter der LPO müssen die Pferde zwar als Turnierpferde bei der FN eingetragen sein, neuerdings wird man aber auch die Erfolge von Pferd und Reiter in diesen Prüfungen registrieren.
Turnierveranstalter können zukünftig also Prüfungen nach der LPO und nach der WBO gleichzeitig anbieten und so Pferd und Reiter ein großes Angebotsspektrum zur Verfügung stellen. Beispielsweise dürfen Veranstalter unter der WBO Distanzritte ausschreiben oder auch Dressurprüfungen für Barockpferde. Das Pferd muss allerdings einen Equidenpass und einen gültigen Impfausweis haben.
Reiter die an einer nach WBO ausgeschriebenen Prüfung teilnehmen müssen eine Unfallversicherung/ Haftpflichtversicherung vorweisen, wenn sie nicht Mitglied in einem Reitverein sind. Auch Turnierkleidung ist nicht zwangsläufig vorgeschrieben. Nur das Tragen einer Reitkappe ist Pflicht.
Neues System bei den Geldpreisen
In Punkto Geldpreise wird die LPO ab 2008 sehr liberal. So kann künftig der Veranstalter selbst entscheiden ob er die Geldpreisvergabe so beibehält wie bisher, ob er lediglich den ersten 4 Platzierten Geldpreise zukommen lassen möchte, ob die Geldpreise nur prozentual ausgezahlt werden, oder ob er gar keine Geldpreise mehr ausschütten wird. Welches Geldpreissystem gewählt wird, muss allerdings zuvor in der Turnierausschreibung festgelegt werden.
Bessere Noten beim Aufstieg in LK 5
Um in die Leistungsklasse 5 aufzusteigen benötigte der Reiter bisher eine Mindestnote von 5,0. Zukünftig soll das reiterliche Niveau angehoben werden, indem eine Mindestnote von 6,0 oder eine Platzierung in einer Prüfung der Klasse A nachgewiesen werden kann.
Unerlaubte Nummernschilder
Mit der LPO 2008 sind auf Turnieren nur noch weiße Nummernschilder mit schwarzen Startnummern erlaubt. Die Schwarzen Schilder mit weißer Beschriftung sind nicht mehr zulässig.
Hunterprüfungen kommen in die LPO
Die aus England bekannten Hunterprüfungen befinden sich in Deutschland noch immer in der Testphase. Ab 2008 wird sich das ändern. Die Testphase wird dann abgeschlossen sein und Hunterprüfungen, also die Kombination aus Stilspringen und Springpferdeprüfung, werden fester Bestandteil der LPO werden. Mit der LPO 2008 soll es insgesamt 5 verschiedene Hunterklassen mit einer Hindernishöhe zwischen 75 cm und 115 cm geben.
Regeländerung beim Springen
Ab 2008 wird die LPO dem internationalen Regelwerk der FEI angepasst. Das bedeutet, in Springprüfungen wird die erste Verweigerung mit 4 Strafpunkten, die zweite Verweigerung mit 8 Strafpunkten, und ein Sturz von Pferd und/oder Reiter mit dem Ausschluss geahndet.
LPO Änderungen im Fahrsport
Auch im Fahrsport wird es mit der LPO 2008 zu einigen Neuerungen und Änderungen kommen:
Die Kategorien A, B, C fallen auch im Fahrsport weg
Fahrwettbewerbe bis Klasse E können unter der WBO ausgeschrieben werden. Dafür ist keine Fahrerlizenz und Pferderegistrierung notwendig.
Ponys sind in Fahrprüfungen für Großpferde ab 2008 nicht mehr erlaubt. Entscheidend ist hier die Größe und nicht die Registrierung als Pony
In der LPO 2008 sind die Eignungsprüfungen für Fahrpferde zukünftig unter den Aufbauprüfungen und nicht mehr unter den Basisprüfungen zu finden.
Die Altersrahmenbedingungen für Fahrer werden abgeschafft
